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Evangelischer Kirchenchor Weinsberg - Gründung 1875
zusammengestellt von Erika Junger und Klaus Heiland zum 125-jährigen Jubiläum
Vorgeschichte
1837 Singverein von Erwachsenen besteht unter der Leitung des Knabenlehrers aus 9 Mitgliedern.
Die
Melodien werden nach dem neuen Choralbuche gesungen. Ein mehrstimmiger
Gesang findet bei der Gemeinde hier Beifall, nur ist die Theilnahme
daran von Erwachsenen zu wenig.
Mitglieder des Gesangvereins sind:
Gottlieb Ganzenmüller
Christian Ganzenmüller
Karl Ganzenmüller
Heinrich Meisenhelder
. . . Barreis
. . . Wirth
Christian Weimar
Ferdinand Zolling
Gottlieb Kollmar
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Ein Gesangverein, bestehend aus Weingärtnerssöhnen wird erwähnt, von dem
ein
kirchlicher, etwas leichter Chor aufgeführt wurde. Die Frage, ob ein
kirchlicher Singchor gebildet werden könnte, wird wie folgt
beantwortet: „Genannten Verein, neben Verfolgung seines seitherigen
Zweckes, zu einem förmlichen kirchlichen Singchor heranzubilden, liegt
von meiner Seite kein Hinderniß im Weg,, wird aber von Seiten der
Mitglieder des Vereins nicht wohl thunlich seyn, da natürlich in diesem
Falle, wo 2 Zwecke erreicht werden sollen, auch doppelte Zeit
erforderlich wäre, da eben jedes, u. auch noch so leichte Stück, wegen
Mangel an Notenkenntniß eingeprägt werden muß u. den Sommer über der
Feldgeschäfte wegen, die Zusammenkünfte des Vereins seltener statt
finden können, so daß den Sommer über wenig neue Stücke gelernt,
sondern nur die älteren repetiert werden können.“
1872 Pfarrbericht (Landeskirchliches Archiv Stuttgart A 29 / 5121)
Kirchengesang
Derselbe
befindet sich in nicht sehr befriedigendem Stand. Die Gemeinde singt
nur wenige Melodien gut. Die Vorführung der Orgel hat übrigens einiges
gebessert. Der von dem abgegangenen Lehrgehilfen Rübenkamm gemachte
Versuch, einen Singchor von jungen Leuten zu Stand zu bringen, gelang
nicht auf die Dauer. Die sogenannte Kirchenmusik, aus einigen
Blechinstrumenten bestehend, ist gering. Es fehlt eben leider an einem
Musikdirektor.
Nebenstehendes
im Vis .Gottesdienst bestätigt. Die Leistung der sogenannten
Kirchenmusik war bei dem Begräbnis des Dekan Bauer schlecht. Sie würde
besser aufhören. Über mangelhaften Leichengesang wurde bei der
Visitation geklagt und die Errichtung eines gemischten Singchors nach
dem Beispiel anderer Städte empfohlen. Da eine Schulstelle neu zu
besetzen ist, so gelingt sie vielleicht besser, als bei den derzeitigen
Versuchen.
12. Jan.1872 Kirchenkonvents-Protokolle 1855 – 1893 (Archiv 214)
Da
die Kirchenmusik so schlecht ist, daß es allgemeines Ärgernis erregt,
so wird beschlossen, den Antrag an den G. Rath zu stellen, daß die
selbe vorläufig suspendiert werde.
14. Nov.1873 Kirchenkonvents-Protokolle 1855 – 1893 (Archiv 214)
Für Heizung und Beleuchtung bei den Übungsstunden für den Kirchengesang soll von der Stadtpflege mit gesorgt werden.
Gründung eines kirchlichen Singchores
1875 Pfarrbericht (Landeskirchliches Archiv Stuttgart A 29 / 5121)
Kirchengesang
Ist
bloß ziemlich gut, doch wird er wohl allmählich besser, da ein
Mittelschullehrer jetzt hier ist, der sich mit dem Gesang in der Schule
viel Mühe gibt u. durch den ein eigener Singchor, aus confirmierten
Mädchen und Erwachsenen bestehend, herangebildet wird, welcher zu
Anfang des Gemeindegottesdienstes an allen Festtagen Cantaten vorträgt.
Manchmal singen auch die Knaben und Mädchen der Mittelschule 2stimmig.
Den
Visitationsgottesdienst leitete der von Mittelschulmeister Auer
gebildete kirchliche Singchor, der zahlreiche Theilnehmer findet, mit
gutem Vortrag ein. Der Gemeindegesang läßt zu wünschen übrig.
1878 Pfarrbericht (Landeskirchliches Archiv Stuttgart A 29 / 5121)
Kirchengesang
Ist
ziemlich gut und wäre vielleicht besser, wenn nicht der Organist immer
wechseln würde. Der Versuch das Organistenamt von Mittelschullehrer
Auer als bestem Organisten zu übertragen, scheiterte an der Eifersucht
der 2 anderen Schullehrer. Um die leidige Feindschaft zwischen den
Lehrern nicht noch zu steigern u. permanent zu machen, ließ man es
fallen. Es besteht ein von Mittelschullehrer Auer gebildeter Singchor,
von Erwachsenen und Halberwachsenen der an allen Festtagen sich hören
läßt. Sonderlich sind aber die Leistungen nicht. Manchmal singen auch
die Schulkinder Auers 2stimmig.
Bestätigt im Visitationsgottesdienst. Die Leistung des Singchores war nicht übel.
1881 Pfarrbericht (Landeskirchliches Archiv Stuttgart A 29 / 5121)
Kirchengesang
Derselbe
ist nicht schlecht auch nicht gut, da bloß ein ordentlicher
(Mittelschullehrer Auer) und zwei geringe Organisten vorhanden sind.
Ein bescheidener Kirchenchor besteht, er läßt sich an Festtagen hören.
Besseres sollte übrigens in einer Stadt wie Weinsberg längst zu
erwarten sein.
Vis. fand den Kirchengesang befriedigend. Die in dem sehr entfernten Chor . . . ?
Dem Kirchenchor fehlt es besonders an besser geschulten weiblichen Stimmen.2. 10. 1881 Große Amtskalender (Archiv 220)
Visitation
der Sonntagsschule 11 – 12 durch Prälat von Raiffeisen (vor dem
Gottesdienst Chorgesang Blechmusikbegleitung des Chorals).
2. 12. 1881 Große Amtskalender (Archiv 220)
Abends ½ 8 Uhr erste Probe des neuen Oratorienvereins im Rathaussaal.
10. 4. 1882 (= Ostermontag) Große Amtskalender (Archiv 220)
Aufführung
des Psalms 42 von Mendelson und die Jahreszeiten Theil I. u. II. von
Haydn in der Kirch. Brutto-Einnahme 273 M 26 Pfg.
1. Juli 1882 Statistik des Evangelischen Kirchengesangvereins für Württemberg
(Landeskirchliches Archiv Stuttgart A 26 Band 697)
Ort Name des Vereins Dirigent Mitglieder
Weinsberg Oratorien-Ver. Amon, Dekan 70
Weinsberg Kirchl. Ges. Verein Auer, Mittelschullehrer 30
21. 9. 1883 Erste Gesangsaufführung aller Kirchenchöre des Bezirks in Eschenau
(Archivkarton 36 a (7) und Archivkarton 89 e)
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Rundschreiben (auszugsweise) von Dekan Ammon
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Ankündigung in der Neckarzeitung vom 16. 9. 1883
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Antwortschreiben einiger Pfarrämter
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Programm
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Kritik zur Aufführung in der Weinsberger Zeitung
vom 25. September 1883
1883 Aufführung Judas Makkabäus / Händel
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Aufführung Israel in Ägypten / Händel
1887 Aufführung Elias / Mendelssohn
1893 Pfarrbericht (Archivkarton 333 e)
Der
Kirchenchor unter Mittelschullehrer Völters Leitung läßt sich an den
Festen etc., jährlich etwa 15-mal hören und leistet Gutes.
1899 Pfarrbericht (Archivkarton 333 e)
Zur Hebung der gottesdienstlichen Feier trägt ein gemischter Kirchenchor unter Leitung des Mittelschullehrers Völter bei.
1905 Pfarrbericht (Archivkarton 333 e)
Mit
kirchlichen Funktionen als Organist, Kantor und Leiter des
Kirchenchores ist Oberlehrer Böhringer betraut. Er versieht sein Amt
pünktlich.
Zur Hebung der gottesdienstlichen Feier trägt bei
a) ein von Oberlehrer Böhringer gegründeter Schülerchor „Hymnus“
b)
der gemischte Kirchenchor, der leider in Folge des wenig
entgegenkommenden und des brüsken Benehmens des Dirigenten Oberlehrer
Böhringer etwas in den Hintergrund gedrängt ist.
7. 3. 1915 Geistliche Abendmusik (Archivkarton 328 c)
Zum Gedächtnis der im Krieg Gefallenen
Ausführende: Solisten und Kirchenchor unter Leitung von Oberlehrer Engel
1920 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
.
. . sodann das vom Kirchenchor unter der hingebenden Leitung unseres
Organisten Hauptlehrer Käfer wohl gelungene Kirchenkonzert am 9. Mai,
bei welchem die Gemeinde Bestes aus alter und neuer Kirchenmusik fast
ausschließlich durch einheimische Kräfte zu hören bekam, während der
Ertrag für unser Kriegerdenkmal bestimmt war.
1921 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
13.
3. Familienabend Hildthalle, bei dem Musikstücke, Gesänge, Aufführungen
und Gedichtvorträge dargeboten wurden und man den Eindruck des Könnens
und der Regsamkeit erhielt.
1922 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Christfest
Den
Mittel- und Höhepunkt bildete die ergreifende Kantate „Meinen Jesum laß
ich nicht“ von Max Reger, die unter der hingebenden Leitung des Herrn
Hauptlehrers Käfer mit Orgelbegleitung durch Herrn Oberlehrer Engel vom
Kirchenchor prächtig dargeboten wurde. Möge auch künftig durch edle
Kunst im Dienste des Gottesdienstes die Gemeinde je und je erfreut
werden. Dank und Anerkennung ist allen Mitwirkenden gewiß.
1923 Pfarrbericht (Archivkarton 333 e)
Hauptlehrer
Käfer geb. 1877 führt sein Amt mit Hingebung. Leitet den Kirchenchor
und veranstaltet zuweilen wertvolle kirchenmusikalische Aufführungen.
Ein
gemischter Kirchenchor wirkt an Festtagen und bei Gemeindeabenden mit;
an Ernte- und Herbstdankfest singt herkömmlich der
Weingärtnergesangverein Urbanus, an Sylvester der Männergesangverein
„Liederkranz“.
1929 Pfarrbericht (Archivkarton 333 e)
Organist
ist seit 1920 Oberlehrer Friedrich Käfer, 52 Jahre. Sein Spiel ist
gewandt. Er hat Interesse für die neuen Bewegungen in der Kirchenmusik
und nahm 1928 an einem Kurs für Organisten teil. Er leitet den
Kirchenchor und versteht, aus dem Stimmaterial etwas Gutes zu machen,
so daß er neben dem Gesang in den Gottesdiensten jährlich ein bis zwei
besonders wertvolle musikalische Darbietungen bringt.
Der
Kirchenchor singt an den Festtagen. Er hat einige außergewöhnlich
schöne Stimmen, darunter eine Frauenstimme, die sich für Einzelgesang
eignet. An Ernte- und Herbstdankfest singt der Weingärtnergesangverein
Urbanus, beim Jahresabschluß der Liederkranz.
April 1930 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Der
Kirchenchor hat neben den zwei wohlbekannten, im vierstimmigen Satz
wundervoll klingenden Passionsweisen auch die leider unbekanntere
Osterweise Paul Gerhardts in Ohr und Herz hineingesungen: „Auf, auf
mein Herz, mit Freuden.“
Juni 1931 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Ihren
langjährigen früheren Organisten hat die Kirchengemeinde im Laufe des
Monats in Herrn Oberlehrer a.d. Heinrich Böhringer verloren. Neben
seinem regelmäßigen Dienst auf der Orgel und beim Kirchenchor hat Herr
Oberlehrer Böhringer Jahre hindurch den Schülerchor „Hymnus“ gepflegt
und geschult, dessen frische Stimmen besonders gerne gehört worden sind.
April 1934 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Der
Kirchenchor hat seinen Familienabend gehalten. Wir haben uns an seinen
Liedern gefreut und prächtige Bilder aus Rothenburg gesehen. Den
Abschluß bildete eine Aufführung.
Der
Kirchenchor wirbt um eine freundliche Beachtung der Gemeindeglieder und
um Verständnis für die ihm gestellte Aufgabe der Kirchenmusikpflege.
Der Sinn für die evangelische Kirchenmusik ist neu erwacht.
Zahlreiche
Gemeinden haben die neuen Anregungen aufgenommen und singen Lieder, die
vor 10 Jahren nur einem kleinen Kreis bekannt waren, kraftvolle Weisen
und kernige Verse. Auch unser Kirchenchor bemüht sich um diese wichtige
Sache. Dazu braucht er auch weitere Stimmen.
August 1934 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Am
Nachmittag des 15. Juli hatten wir Bezirkskirchengesangsfest. Die
Kirchenchöre aus Weinsberg, Eberstadt und Lehrensteinsfeld u.a. sangen
gemeinsam und einzeln Choräle und Chorsätze. Solches Zusammentreffen
aus dem Bezirk will nicht bloß der jeweiligen Gemeinde einen
machtvolleren Eindruck dieser herrlichen Gesänge vermitteln, als ihm
der einzelne Chor zu geben vermag, sondern auch einen edlen Wetteifer
unter den Chören hervorrufen und ihr Zusammengehörigkeitsbewußtsein im
Dienste der Kirchenmusik stärken. Ein Posaunenblasen auf dem
Hindenburgplatz und einige weitere Chöre folgten der Feier in der
Kirche.
April 1935 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Einen
schönen Abend veranstaltete der Kirchenchor. Die Lieder und die Rede
von Herrn Oberlehrer Käfer galten den beiden großen Tondichtern, deren
250-jährigen Geburtstag Deutschland feiert, Bach und Händel.
1935 Pfarrbericht (Archivkarton 333 e)
Der
Kirchenchor unter Leitung von Oberlehrer Käfer singt an den Festtagen
und einigen weiteren Sonntagen und leistet wirklich Gutes. Er hat
mehrmals Kantaten aufgeführt. Jährlich ist ein Familienabend, eine von
der ganzen Gemeinde gut besuchte Veranstaltung.
1942 Rundschreiben des Verbandes evangelischer Kirchenchöre in Württemberg sowie Ausweiskarte (Archivkarton 332 e)
1947 Visitationsbericht (Archivkarton 181)
Kirchengesang
Über
den Krieg bestand ein 3stimmiger Frauenchor, jetzt ist es wieder ein
gemischter Kirchenchor, der vor allem an den Festtagen singt. Die
Leitung hatte bisher der Dekan, nun wird sie der neue Organist
übernehmen.
1947 Kirchenchorkasse – Währungsumstellung
1949 Programm Kirchenmusik zur Einweihung der Stadtkirche zu Weinsberg
Juli 1949 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Am
14. August werden wir, so Gott will, die Einweihung unserer Kirche
feiern. Wie schon mitgeteilt, hat unser alter, verehrter Herr
Landesbischof D. Wurm die Festpredigt übernommen. Der Gottesdienst wird
um 10 Uhr beginnen. Nachmittags 3 Uhr findet eine kirchenmusikalische
Feierstunde statt, bei der unser Kirchenchor mit Begleitung des
Öhringer Orchesters die Bachkantate „Gott der Herr ist Sonn und Schild“
zu Gehör bringen wird.
Aug. / Sept. 1949 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Mit
einer sechsstimmigen Motette von H. Schütz „Die Himmel erzählen die
Ehre Gottes“ und der Bachkantate „Gott der Herr ist Sonn und Schild“,
zeigte der Kirchenchor, welche Leistungsfähigkeit er unter der Leitung
von Herrn Stadelmann erreicht hat.
Am Tag nach der Einweihung war der Kirchenchor im Rebstock, um KMD Stadelmann zu verabschieden.
Dez. 1949 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
4. Oktobersonntag 1949
Unser
neuer Organist, Herr Herbert Hoffmann, hat sich am Abend dieses Tages
in einer kirchenmusikalischen Feierstunde der Gemeinde mit Werken hoher
kirchlicher Kunst vorgestellt, wobei auch unser Kirchenchor mitwirkte.
1949 Zwei Schallplatten des Kirchenchores,
aufgenommen am 15. 5. 1949
Jan. 1950 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Vorweihnachtliche kirchenmusikalische Feierstunde
Unser
Kirchenchor zeigte in 2 Chören den guten Stand seiner Schulung.
Besonders eindrucksvoll war der mächtige Doppelchor „ Zwei der
Seraphim“ von Gallus.
1950 Schriftwechsel zwischen Kirchenchor und Stadt Weinsberg wegen Benutzung
der Hildthalle und Unterbringung eines Harmoniums.
1950 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Letzter Aprilsonntag 1950
Ausflug des Kirchenchores nach Herrenberg, der früheren Arbeitsstätte von Herrn Hoffmann.
Jeden Sonntag Nachmittag um 3 Uhr Orgelkonzert.
1950 Programm Weinsberger Bachtage 12. 11. 1950
Ehrung des Andenkens von J. S. Bach, der vor 200 Jahren gestorben ist.
Erster Abend Orgelwerke und Orgelchoräle
Zweiter Abend in der Hildthalle Kammermusik und weltliche Lieder
Dritter
Abend, dessen Besuch leider durch das arge Regenwetter beeinträchtigt
war, bot uns die Kantate „Gott der Herr ist Sonn und Schild“, die
Kreuzstabkantate und die Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“.
Damit hat sich Herr Hoffmann großes Verdienst erworben.
Es
wäre zu wünschen, daß solche bedeutenden musikalischen Veranstaltungen
hier noch mehr Beachtung finden würden. Sie lassen sich auf die Dauer
nur durchführen, wenn sich die ganze Gemeinde dahinter stellt. Das
sollte jedem eine Ehrensache sein, dem an dem kulturellen Leben unserer
Stadt gelegen ist. Man hört oft sagen: in Weinsberg ist gar nichts los;
wenn aber einmal etwas wirklich Gutes und Schönes los ist, geht man
nicht hin.
Okt. 1952 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Unser
Kirchenchor hat im September seine Arbeit wieder aufgenommen. Er
bereitet eine Kantate von Buxtehude über den Choral „Jesu meine Freude“
vor. Es ist in den Männerstimmen eine Verstärkung des Chores sehr
erwünscht. Deshalb ergeht an alle jüngeren und älteren Männer der
Gemeinde, die Verständnis für die geistliche Musik haben und zum Dienst
in der Gemeinde willig sind, die herzliche und dringende Bitte, dem
Kirchenchor beizutreten. Die Singstunden finden jeden Freitagabend 20
Uhr in der Hildthalle statt.
Jan. / Feb. 1953 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Der
Kirchenchor hat sich dem neuen Dekan Mörike am 11. Januar vormittags
und abends vorgestellt. Was war das für eine feine, edle und saubere
Musik, die wir da zu hören bekamen. . . . Und unter der kundigen und
fröhlichen Leitung unseres Kantors und Organisten Schwarz zu singen,
ist ja sowieso eine Lust und helle Freude. So kommt, Junge und Ältere,
wer eine gute Stimme hat und wenn es seine Zeit erlaubt, und singet mit
in unserem Kirchenchor!
März 1953 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Weihnachten
1953 wird das neue Gesangbuch erscheinen. Jeden Monat soll ein neues
Lied gelernt werden. Zur Erlernung ist der Kirchenchor behilflich.
1954 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Zur geistlichen Abendmusik am 3. 1. 1954
Es
war ein solch reiches Programm und solch herrliche Musik, daß wir es
nur viel viel mehr Gemeindegliedern gegönnt hätten, wenn sie sich
diesen Genuß und diese herzerquickende Erfrischung nicht hätten
entgehen lassen. Ich möchte bei dieser Gelegenheit nur wieder und
wieder dazu einladen, in unseren Kirchenchor einzutreten und an dem
Reichtum unserer evangelischen Kirchenmusik regelmäßig teilzunehmen.
Nov, 1954 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
31. 10. / 1. 11. Bezirkskirchentag in Weinsberg
Die vereinigten Posaunenchöre und Kirchenchöre haben Ausgezeichnetes geleistet.
1953 u. 1955 Eintrag von Frau Hartmann im Kassenbuch über Harmonium
27. 1. 1956 Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Geselliger Abend im Ratsstüble
Was da an fröhlichen, herzerquickenden Geistesblitzen verschleudert wurde, das läßt sich heute gar nicht mehr alles aufzählen.
November 1960 Visitationsbericht (Archivkarton 333 g)
Der
Kirchenchor ist ein gemischter Chor, der als Gemeindekreis ohne
Vereinsform existiert. Gesungen wird aus dem Gölzschen Chorgesangbuch
sowie aus dem neuen Chorgesangbuch, ferner aus verschiedenen
Bärenreiter-Ausgaben. Der Chor singt an allen Fest- und Feiertagen,
soweit nicht traditionell die beiden Gesangvereine den Dienst
übernehmen. Im Durchschnitt werden jährlich 4 Abendmusiken durch den
Chor selbst veranstaltet. Der Chor besteht aus ca. 30 aktiven Sängern.
Juni 1961Ortsbeilagen (Archivkarton 316)
Geistliche Abendmusik am 14. 5. 1961
.
. . und ob nicht das eine oder andere diese Abendmusiken zum Anlaß
nehmen könnte, sich selbst unter die Sänger einzureihen ? Es ist ein
Stück „Gottesdienst“, der hier getan werden kann; und Gott braucht
Leute, die ihm dienen.
17. / 18. Okt.1964 Einweihung des Erhard Schnepf Gemeindehauses
mit Aufführung des Oratoriums „Der Messias“ von Händel
Sept. 1966 Visitationsbericht (Archivkarton 333 g)
Liturgie und Kirchenmusik
Der
Kirchenchor steht personell z.Zt. auf einem ordentlichen Stand, doch
fehlt altersmäßig die Mittelschicht, welche zwischen Alt und Jung
ausgleichen könnte. Für die geistlichen Abendmusiken, welche viermal
jährlich veranstaltet werden, steht ein guter Stamm von
Instrumentalisten und Solisten zur Verfügung. Hier macht sich bezahlt,
daß Kantor Schwarz zugleich Musiklehrer am Progymnasium ist. Für die
Einweihung des Erhard Schnepf Hauses wurde das Händelsche Oratorium
„Der Messias“ eingeübt, wozu auch die beiden weltlichen Chöre Urbanus
und Weibertreu eingeladen waren. Übrigens singen diese beiden Chöre bei
bestimmten Gelegenheiten im Gottesdienst. Vor allem die Singvereinigung
Weibertreu, welche bislang nicht um diesen Dienst gebeten worden war,
ist sehr dankbar. Vereinsjubiläen bieten willkommenen Anlaß, ihnen
brauchbare Choralsätze zu schenken, damit die Qualität des Gesungenen
sich allmählich verbessert.
25. 1. 1974 Gründung der Jugendkantorei durch Gerhard Frisch
Erste Singstunde am 25. 1. 1974
1976 Schreiben von Dekan Veith betr. Wahl eines Vorstandes
Anfang 1977 wurde daraufhin Erika Junger als Vorständin gewählt.
1. 2. 1980 Gerhard Frisch Kantor an der Johanneskirche und im Kirchenbezirk Weinsberg
Leiter von zwei Kinderchorgruppen , Jugendkantorei, Kantorei, Posaunenchor,
Weihnachtsoratorien
von Bach, Schütz, Brunckhorst, Herzogenberg, Saint-Saens, Rheinberger
u.a., Oratorien zur Passion von Bach (Johannespassion), Kühnhausen,
Schütz, Händel, Keiser, Graun, Löwe, Herzogenberg, Brahms„ Ein
deutsches Requiem“ , Schütz’ „Musikalische Exequien“, Honnegger „König
David“, Carissimi „Jephte“, Haydn’ „Schöpfung“ zusammen mit dem
Weinsberger Ballettstudio, Lohff „Requiem für einen polnischen Jungen“
u. v. a.
1980 Gründung eines Kinderchores in 2 Gruppen (ältere und jüngere Kinder)
Januar 1996 Umbenennung des Kirchenchores in Kantorei Weinsberg
2000
Gründung des Herrenchors Weinsberg aus aktiven und ehemaligen
Männerstimmen der Jugendkatorei unter der Leitung von Hansjörg Eberle
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